KunstWerts e.V. wurde als gemeinnütziger Verein am 29.4.2005 in Hildesheim gegründet. Satzungszweck ist die Unterstützung Psychiatrie-Erfahrener, psychisch Behinderter u. ä. Personengruppen bei der aktiven Teilnahme am und der Integration ins kulturelle und soziale Leben. Die Umsetzung der Ziele geschieht durch kontinuierliche künstlerische Arbeit in den vier Sparten Musik, bildende Kunst, Theater und Kreatives Schreiben unter der Anleitung von Kulturpädagog/innen und Künstler/innen. In den kontinuierlichen Workshops befruchten sich die verschiedenen Wirklichkeiten der einzelnen TeilnehmerInnen.
Der Reichtum an Lebensentwürfen drückt sich in den Werken der verschiedenen Sparten aus. Eine Spezialität der KunstWerts Leitungskräfte ist die Kommunikation der Künste: So verknüpfen sich Texte, Bilder, Musik und szenisches Arbeiten zu inszenierter Lesung oder interdisziplinärer Performance. Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen der entstandenen Werke in und um Hildesheim bereichern die lokale Kulturszene.
...wendet sich an alle, die ihre künstlerische Ader entdecken und/oder ausbauen wollen.
...lädt die TeilnehmerInnen ein, sich mit ihren Erfahrungen und Geschichten einzubringen.
...fördert jede Art, sich kreativ-künstlerisch auszuprobieren.
...verwandelt persönliche Erlebnisse durch künstlerische Bearbeitung.
…sind ein Forum, sich im geschützten Raum die Kunstwerke in Wort, Bild, Spiel und Klang gegenseitig vorzustellen.
...arbeiten auch interdisziplinär, d.h. spartenübergreifend.
Rhythmen, Klänge und Melodien erfinden und mit einander die spontanen Kompositionen wieder beleben, so oft sie wollen;
Farben und Formen zu Papier bringen, Abstand in Raum und Zeit nehmen und gemeinsam die Wirkung feststellen;
Worte festhalten, die sich stimmig anhören und herausfinden, wie Andere in der Gruppe sie aufnehmen;
Welten, die das tägliche Leben innen formt gemeinsam inszenieren und so in die Außenwelt tragen:
Berührt etwas davon die, denen es begegnet?
Bewegt es etwas,
wird etwas von seinem Platz ver- rückt,
in neuer Form an anderer Stelle
einen Schritt weiter getragen,
frisch glänzend im Übergang,
bewohnt vom Zauber des Anfangs.
Sollen wir solche Fragen stellen?
Soll solches Tun Kunst heißen?
Sollen wir weiter so nutzlose, brotlose Kunst treiben?
Spielerisch wie Kinder im Sand.
Todernst.
Bilder wollen gemalt sein, Lieder gesungen, Sätze geschrieben, Szenen gespielt.
Das erste größere und interdisziplinäre Projekt fand 2003 im Rahmen der 1. Hildesheimer Psychiatrietage statt. Unter dem Motto „Wirklichkeit ist AnsichtsSache“ gestalteten KunstWerts Lesungen, Ausstellungen und ein Theaterstück. 2007 beschäftigten sich die Gruppen mit dem Thema „Zeitmontage 2020 – Woher – Wohin“. Ausgehend von dem Gemälde von Gauguin „Woher kommen wir – wer sind wir – wohin gehen wir?“ wurden die Figuren und Inhalte des Bildes in Geschichten, Bildern, Musik und auf der Bühne lebendig und greifbar. Zudem spielte die Kraft des Wünschens für die Lebensgestaltung eine wichtige Rolle ebenso wie die Spannung zwischen Horrorvision, realem Leben und paradiesischen Vorstellungen:
Meeresrauschen, Sonnenschein,
nackte Körper, nicht allein.
Klare Flüsse und auch Seen,
gute Sicht von Bergeshöhn.
Immer Zeit und Freundlichkeit,
Männer, die stets gern bereit.
Gut zu essen und gesund.
Im Paradies zu sein, wünscht man nicht ohne Grund.
Im Paradies sind genug Zimmer frei und du könntest bald kommen und hier wohnen und leben solange du willst und dich amüsieren und auch spielen wir zusammen. Wer gewonnen hat muss noch länger bleiben, bis ans Ende. Komm bald und bleib hier, dann sind wir nicht so allein und du nicht so einsam und sei frohen Muts, dann geht es dir immer gut.