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Religiöse Texte

Lebensraum

»Gehen

»Es ist

»Das Land, wo Milch und Honig fließen

Lebensraum

Leer war es dort, als ich ward
aber leer war es dort nicht
voll Fülle war die Leere,
die nicht meine war,
und doch für mich.

Scheu betrat ich diesen Raum
der nicht meiner war und doch für mich,
schaute rechts und schaute links,
meine Herkunft stets vergessend,
breitete mich aus in ihm.
Webte Fäden von mir weg,
spann Fäden zu mir her,
webte Netze für und für
in den Raum, der doch nicht war.

Füllte nach und nach ihn aus
und mit ihm auch mich
und mich mit ihm
bis kein Raum mehr war
– nur du und ich
in aller Zeit.

Gehen

Ein Schritt im leeren Raum.
Ich falle nicht,
ich irre nicht,
ich verschwinde nicht.
ich bin getragen.

Ein Schritt im leeren Raum.
Einer mit Sehnsucht,
einer mit Vorsicht,
einer voll Zweifel.

Ein Schritt im leeren Raum.
Einer voll Fragen
einer mit Eifer
einer mit Klage.

Aber: ein Schritt im leeren Raum.
Immer nur einer.
Und noch einer.
Und noch einer.
Denn:
ich bin getragen.

»Zum Anfang


Es ist

Was aber werde ich erkennen,
wenn ich von Dir erkannt worden bin?
Werden sich Bruchstücke fügen?
Unklarheiten glätten?
Hintergründe zeigen?

Aber bleibt es so –
das Lachen ein Lachen,
das Weinen ein Weinen
und alle Teile –
Teile Deines Ganzen.

»Zum Anfang


Wir gehen hinein
in das Land, wo Milch und Honig fließen

Was aber ist das gelobte Land?
Es ist der Ort des Friedens
mit mir, mit dir, mit jedermanns Gott.

Was aber ist der Ort des Friedens?
Dort ist jeder das Ihre genug
und jedem das Seine
und allen das Ihre lieb und wert.

Wo aber ist der Ort des Friedens?
Hier ist er, da und dort,
überall ist er und nirgends zugleich.

Wie aber gelangst du dorthin?
Die Tür in Dir, öffnen kannst du sie nicht.
Der Schlüssel daneben, greifen kannst du ihn nicht.

Und doch ist niemand außer dir, die Tür zu öffnen,
die aufgeht –
wann DU willst.

»Zum Anfang